QuasimodosKlon
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Titel: Re: Externe Festplatte runtergefallen
Wenn Dir Deine Daten 400-800 EUR Wert sind, solltest Du die Rerrung auf jedem Fall einem Fachunternehmen überlassen und selber auf gar keinen Fall Schreibversuche unternehmen und möglichst die Platte auch nicht mehr für Leseversuche in Betrieb nehmen.
Daß ein Schreib-/Lesekopf abgebrochen ist, nehme ich eher weniger an. Häufigstes Problem nach einem Headcrash ist eine zertörte Plattenoberfläche. Im Gegensatz zur normalen Diskette sind die Köpfe keine Gleiter, sondern aerodynamisch aufgebaut, in der Mitte leicht hohl. Durch die 5400 bzw. 7200 Umdrehungen/Minute, die handelsübliche Festplatten heutzutage haben, entsteht genügend Luftzug, daß die Köpfe im Betrieb auf einem Luftpolster wenige Micrometer über der Plattenoberfläche schweben. Bekommt das Gerät in der Betriebsphase einen Stoßschock, Setzen knallen sie mal kurz auf die empfindliche Oberfläche und hinterlassen eine Kratzspur. Dabei können sie sich regelrecht in die Oberfläche eingraben und ihre feine Aufhängung dadurch verbiegen bishin zu brechen. Das herausgekratze Oberflächenmaterial verteilt sich als feiner Staub im Festplatteninneren und wirkt wie Schmirgelpapier auf die verblieben ungeschädigten Köpfe.
Es bleibt nun die Möglichkeiten:
- Datenrettungstools, die die Platte, so wie sie ist, versuchen blockweise auszulesen. Für Daten geeignet, auf die man notfalls auch insgesamt gut verzichten kann. Jeder Weiterbetrieb der Festplatte schadet ihr von Minute zu Minute immer mehr.
- Festplatte selber öffnen, Metallstaub entfernen, ggf. arg verbogene Köpfe entfernen und versuchen , mit entsprechenden Tools die einzelnen Blocks unter den verbliebenen Köpfen zu retten. Die Platte ist nach so einem Schaden in den allermeisten Fällen ohnehin Schrott und wird nur noch ein einziges Mal zum Datenretten betrieben. Für so einen kurzfristigen Gebrauch ist keine absolut Staubfreie Atmosphäre erforderlich, nur die feinen Metallpartikelchen sollten entfernt werden. Die Chancen, zumindest einen Teil der Daten wiederherzustellen (als Kopie auf einem anderen Datenträger versteht sich), stehen nicht schlecht.
Nachteil: Auch bei der Methode kannst Du physikalisch defekte Bereiche nicht wiederherstellen, bei beschädigten Köpfen die gesamte Plattenseite dieser Köpfe nicht. Ob die Festplattenelektronik moderner Platten durch eine Software jeden Kopf einzeln ansprechen läßt, ist nicht gewiß. - Wie erwähnt, ein darauf spezialisiertes Fachunternehmen beauftragen. Dort kann der Plattenstapel ausgebaut, beschädigte Oberflächen plangehobelt und dann in ein Lesegerät eingesetz werden. Die besten Spezialisten stellen Daten trotz gröbster mechanischer Schäden wieder her, sogar nach Brand- und Wasserschäden und Flugzeugabstürzen, wie Du schon gelesen hast. Selbst ehemalige, schon längst gelöschte Daten können sie wiederherstellen, indem sie die Oberfläche weiter abhobeln und magnetische Informationen in den tiefer liegenden Schichten analysieren, was für die Forensik von Interesse ist.
In jedem Fall solltest Du, falls Du Dich für ein Fachunternehmen entscheidest, aushandeln, daß nach einer ersten Prüfung zunächst ein verbindlicher Kostenvoranschlag gemacht wird, ehe Du die Datenrettung beauftragst. Ein renomiertes Unternehmen auf diesem Sektor ist auch on-track.
LG Helge
Zuletzt bearbeitet von QuasimodosKlon am 18.08.2008 um 02:10:08 Uhr
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